Mentale Rastlosigkeit

Warum wir verlernt haben, bei uns selbst zu bleiben

Saskia Ricker, the mindshift

1/28/20263 min read

typhoon
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Wir leben in einer Zeit der permanenten Verfügbarkeit. Was früher eine „Pause“ war, z.B. das Warten auf den Bus, die Schlange im Supermarkt, der Moment vor dem Einschlafen, ist heute lückenlos gefüllt. Ein schneller Griff zum Smartphone, endloses Scroll durch den Feed, nebenbei noch schnell eine Mail beantworten, die Nachrichten checken.

Doch die Reizüberflutung endet nicht am Schreibtisch. Unser Arbeitsalltag ist geprägt von einer Taktung, die unser Nervensystem im Daueralarm hält: Neue Mails ploppen im Sekundentakt auf, Back-to-Back-Meetings und die Erwartung, komplexe Probleme zwischen Tür und Angel zu lösen. Es ist, als hättest Du 50 Tabs gleichzeitig in Deinem Kopf offen. Wir nennen es Agilität, doch für unser Gehirn ist es oft ein Zustand permanenter Überforderung.

Was wir dabei übersehen: Unser Geist ist nicht für eine Welt gebaut, die niemals schläft. Wir sind ständig "on", können auch nach Feierabend nur schwer abschalten. Das Phänomen, das uns heute als „Brain Fog“, Konzentrationsschwäche oder chronische Erschöpfung begegnet, beschrieb der Gelehrte Patanjali bereits vor über 2.000 Jahren als das Wesen des ungeschulten Geistes: Citta Vritti – die Wirbelstürme im Bewusstsein.

Wenn der Fokus zu flattern beginnt

In der modernen (Arbeits-)welt haben wir uns fast schon daran gewöhnt, in einem Zustand zu leben in dem unsere Aufmerksamkeit selten (nur) bei der Sache sind, wie wir gerade tun. Dieser Zustand hat einen hohen Preis: Wir verlieren schleichend den Kontakt zu unserer Intuition und unseren eigentlichen Bedürfnissen. Unsere Aufmerksamkeit ist kein gerichteter Lichtstrahl mehr, sondern eine flackernde Glühbirne. Wir sitzen in Meetings, führen Gespräche oder arbeiten an Konzepten, während wir physisch zwar anwesend sind, mental aber bereits drei Aufgaben weiter in der Zukunft hängen. Dies sorgt dafür, dass wir zwar „funktionieren“, aber nicht mehr „wirksam“ sind. Wir erledigen Dinge, aber wir gestalten sie nicht mehr bewusst. Und dann sind da noch die vermeintlichen Erwartungen von außen, die uns antreiben, immer weiter zu machen: „Ich muss mehr leisten.“, „Ich darf keine Fehler machen.“, „Ich muss stark sein.“, „Ich muss es den anderen recht machen.“. Solche und viele weitere Glaubenssätze machen es noch schwerer, die Gedanken endlich zur Ruhe kommen zu lassen.

Patanjali nannte diesen Zustand der Zerstreutheit ein Hindernis für wahre Klarheit und wirksames Handeln. Viele merken erst, wie tief sie in diesem „mentalen Rauschen“ stecken, wenn sie versuchen, die Stopp-Taste zu drücken.

Dein Selbst-Check: Ist dein Geist im „Overdrive“?

Wie sieht es bei Dir aus? Schau einmal ganz ehrlich auf deinen Alltag:

  • Digitaler Reflex: Greifst du in jeder freien Sekunde (Aufzug, Kaffeemaschine) sofort zum Handy?

  • Reaktions-Modus: Fühlst du dich getrieben, auf jede Nachricht sofort antworten zu müssen, auch nach Feierabend?

  • Gedankenkarussell: Kannst du abends schwer abschalten, weil Gespräche oder To-dos im Kopf weiterlaufen?

  • Körperliche Signale: Spürst du eine subtile Kieferanspannung, Unruhe in den Beinen, Verspannungen im Nacken oder einen Atem, der nur noch flach oben im Brustkorb sitzt?

  • Fokus-Verlust: Fällt es dir schwer, dich länger als 15 Minuten am Stück auf eine komplexe Aufgabe zu konzentrieren, ohne abzuschweifen?

Den Weg zurück zur Klarheit finden

Hast du hier mehrmals zugestimmt? Das ist in unserer Zeit leider sehr normal. Es ist das Resultat einer Welt, die uns ständig aus unserer Mitte zieht und uns dazu bringt, nur noch zu funktionieren, anstatt bewusst zu existieren.

Die gute Nachricht ist: Durch eine Neuausrichtung deiner Haltung, deines Fokus und deiner Selbstführung kannst Du etwas dagegen tun. Ich begleite dich und dein Team dabei, genau diese Präsenz zurückzugewinnen. Wir schauen uns an, wo deine individuellen Hebel liegen, damit du:

  • wieder mehr Klarheit für deine nächsten Schritte gewinnst.

  • deinen Fokus bündeln kannst, anstatt dich zu verzetteln.

  • dich selbst wieder spürst, anstatt nur im Außen zu agieren.

  • aus dem Hamsterrad aussteigst und zurück in eine souveräne Gestaltungskraft kommst.

Der erste Schritt zur Ruhe im Sturm

Die „Wirbelstürme im Geist“ werden nicht von alleine leiser, nur weil das Wochenende vor der Tür steht. Echte Veränderung beginnt dort, wo wir die Mechanismen dahinter verstehen und lernen, die Stopp-Taste wieder selbst zu bedienen.

Genau hier setzt meine Arbeit an. Ich helfe dir nicht nur dabei, das Rauschen im Kopf zu verstehen, sondern gebe dir und deinem Team die Werkzeuge an die Hand, um das Nervensystem wieder zu regulieren und die eigene Wirksamkeit zurückzugewinnen. Damit Agilität nicht mehr Überforderung bedeutet, sondern bewusste Gestaltung.

Lust auf einen Perspektivwechsel?

Wenn du merkst, dass es Zeit für einen „mindshift“ ist – ob für dich persönlich oder für die Kultur in deinem Team – lass uns sprechen. In einem unverbindlichen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam, wie wir die 50 Tabs in deinem Kopf schließen können, damit wieder Platz für das Wesentliche entsteht.

Lass uns den Autopiloten ausschalten und anfangen, deine Arbeitswelt wieder bewusst zu gestalten. Ich freue mich auf dich!